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Das Medizinstudium

Das Studium der Humanmedizin gliedert sich in Deutschland in zwei Abschnitte und schließt mit der Bezeichnung des Assistenzarztes ab. Diese medizinische Ausbildung ist deutschlandweit an 34 Universitäten möglich, wobei sich der Aufbau und die Gliederung der beiden Studienabschnitte oft unterscheiden. Während die meisten Universitäten immer noch der traditionellen Studienordnung folgen, bieten Universitäten wie die Charité Berlin oder das Universitätsklinikum Köln Reform- oder Modellstudiengänge an.

Die erste und oft schwierigste Hürde für den Einstieg in das Medizinstudium ist das Ergattern eines Studienplatzes. Darüber entscheidet in Deutschland die Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen, kurz die ZVS. Jeder Neu- oder Altabiturient muss sich dort online registrieren und eine Auswahl von 6 Universitäten angeben, an denen er sich mit seiner Hochschulzugangsberechtigung bewerben möchte. Hierbei ist eine Quote festgelegt, nach der 20% der Studienplätze an die Abiturbesten des Landes und 20% an Personen mit genug Wartezeit vergeben werden. Über die restlichen 60% können die Universitäten frei entscheiden und tun dies meist mit Hilfe von Auswahlgesprächen, Motivationsschreiben oder dem Betrachten einzelner Leistungen im Abitur.

Der Notendurschnitt, der einem Abiturienten sofort einen Studienplatz zusichert variiert von Bundesland zu Bundesland und liegt zur Zeit zwischen 1,0 und 1,2 (Stand WS 09/10). Liegt das Studium notentechnisch weit außer Reichweite, gibt es die bereits erwähnte Möglichkeit der Wartezeit, die zurzeit bei 10 Semestern liegt. Hinzukommt die Eigenständigkeit der Universitäten sich ihre Studenten selbst auszusuchen. Hierbei nutzen sie wiederum oft den Notendurchschnitt, beachten jedoch auch bereits abgeleistete Dienste, medizinische Vorerfahrungen, Teilleistungen im Abitur und Motivationsschreiben.

Ist die erste Hürde geschafft, beginnt der vorklinische Abschnitt des Studiums. Hierbei handelt es sich um 4 Semester Studium der grundlegenden medizinischen Vorkenntnisse. Zu den "kleineren" Fächern zählen Chemie, Biologie, Physik und medizinische Terminologie, "größere" Scheine werden in Anatomie (mikroskopisch und makroskopisch), Physiologie und Biochemie erworben. Die ersten zwei Jahre schließen nach der Studienordnung der meisten deutschen Universitäten mit dem 1. Staatsexamen ab, welches umgangssprachlich häufig Physikum genannt wird. Es setzt sich aus einem einer zweitägigen schriftlichen Prüfung über alle Fächer der Vorklinik und einer mündlichen Überprüfung der großen Fächer ab.

Ist dieser Prüfungsstress überwunden, beginnt die klinische Ausbildung zum Arzt. Innerhalb von 3 Jahren bekommt der Medizinstudent einen Einblick in alle klinisch relevanten Fächer, die jeweils mit Klausuren abschließen. Von Pathologie über kardiopulmonale Lehre bis hin zu Kinderheilkunde erfahren die Studenten sowohl den praktischen, als auch den theoretischen Hintergrund des Arztdaseins. Im Anschluss an den universitären Teil der Ausbildung folgt im 11. und 12. Semester das Praktische Jahr. Dieses ist in drei Tertiale gegliedert, und beinhaltet die Arbeit im Krankenhaus und das festigen der praktischen Fähigkeiten. Nach einer Regelstudienzeit von 12 Semestern und 3 Monaten schließt das Studium der Humanmedizin mit dem 2. Staatsexamen, dem Hammerexamen, ab. Dies setzt sich aus 3 Tagen schriftlicher und 2 Tagen mündlicher Prüfung zusammen.

Im Rahmen der Verbesserung der medizinischen Ausbildung fördern viele Universitäten das Erlernen praktischer Fähigkeiten. Zusätzlich sind Praktika, wie das vorklinische Pflegepraktikum, sowie die klinischen Famulaturen, Pflicht, um zu den Staatsexamina zugelassen zu werden.

 

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